"Und, wie geht es jetzt weiter, …?"

Der Gänsehaut-Salon zur Orientierung in unübersichtlichen Zeiten

COVID-19 ist radikal in unser Leben eingedrungen. Das Virus hat Identitäten und Selbstverständlichkeiten auf den Prüfstand gestellt und so manchen Lebensplan in wenigen Tagen über den Haufen geworfen. Nicht nur die Virologen, auch die Zukunftsforscher hatten in den letzten Wochen Hochkonjunktur. Was aber wird bleiben von den Beschreibungen einer besseren Welt „nach Corona“?  Erleben wir gerade einen Epochen-bruch? Ist das Schlagwort der „Krise als Chance“ eine hohle Phrase oder die einzig richtige Einstellung für die kommende Zeit der Transfor-mation? Wie verwandeln wir diese Erfahrung in etwas Sinnstiftendes? Diese und andere Fragen stellt Andreas Gfrerer als Gastgeber Menschen aus Politik, Wirtschaft, Kultur und Medien.

Die Blaue Gans, das älteste Gasthaus der Stadt, ist mit ihrer 670-jährigen Geschichte eine erfahrene Zeitzeugin. Seit ihrem Gründungsjahr  1350 ist sie Ort von Reflexion und Auseinandersetzung. Unsere Vorstellung ist, dass Generationen vor uns im Gasthaus ihre nächsten Schritte planten, ihre Zukunftspläne austauschten und sich gegenseitig Mut zusprachen. Mit dem GÄNSEHAUT-SALON knüpfen wir an diese Tradition an. Denn die Fragen unserer Tage sind drängende und verlangen nach Antworten aus verschiedenen Richtungen.

Donnerstag abends, um 18:30 Uhr – Blaue Gans Weinarchiv oder Restaurant Gewölbe
Eintritt frei; Optional: Weinkeller-Antipasti, Wein und Wasser: 15,–

Aufgrund von Distant Seating bitte Reservierungen per Mail: restaurant@blauegans.at

Termine - beginn jeweils um 18.30

09. Juli - "Und, wie geht es jetzt weiter, Frau heine?"

Tina Heine ist Gastronomin, Intendantin, Dozentin, Beraterin und vor allem: begnadete Netzwerkerin. Neben der Konzeption, Kuration und Produktion von Kulturformaten hält sie Vorträge und Seminare. Zudem berät sie Privatpersonen, Unternehmen oder auch Städte in kreativen Prozessen. Ihre konzeptionelle Arbeit lebt von der Begeisterung für Kunst und Kultur und dem Interesse an neuen, außergewöhnlichen Formaten im Spannungsfeld zwischen Improvisation und Zuversicht.
Sie bringt Gleichgesinnte und Andersdenkende zusammen und weckt Lust daran, gemeinsam Neues zu entwickeln oder Bestehendes zu transformieren. Mit diesen Prozessen schafft sie Räume für besondere Begegnungen und sinnstiftende Impulse für ein konstruktives Miteinander. Salzburgern ist sie vertraut als künstlerische Leitung von Jazz & The City und dem zeitgenössischem Kunst- und Performancefestival SUPERGAU. In diesem Sommer zeichnet sie außerdem für das Festival "SALZBURG MACHT AUF" verantwortlich.

Tina Heine wird im - sehr improvisierten - Salongespräch mit Andreas Gfrerer über Improvisation als Kulturtechnik sprechen, über das Denken „Out of the Box“ und was wir von den Künstlern für unser Zusammenleben lernen können. 


16. juli - "und, wie geht es jetzt weiter, frau gutjahr?"

Elisabeth Gutjahr ist seit 2018 Rektorin der Hochschule Mozarteum in Salzburg. 

 

Das Spannungsfeld zwischen Partitur und Performance, zwischen Buch und Bühne findet ihre besondere Aufmerksamkeit, hierbei interessieren sie auch interdisziplinäre Prozesse, die Musik, Theater, Tanz, Sprache, Film und bildende Kunst miteinander verbinden. Den Schwerpunkt ihrer künstlerischen Tätigkeit legte sie schon früh auf Textgestaltung im Kontext mit Musik. Elisabeth Gutjahr trat außerdem als Organisatorin von Wettbewerben und Festivals mit Schwerpunkt zeitgenössischer Musik, als Musikdramaturgin, Choreografin und Regisseurin in Erscheinung. Zu den künstlerischen und musikpädagogischen Texten von Elisabeth Gutjahr zählen mehrere Beiträge unter anderem „Der Mythos Kreativität“.  

 


Tina Heine übernimmt die "Urlaubsvertretung" für Andreas Gfrerer und somit die Gestaltung dieses Gesprächs. Sie wird mit Frau Gutjahr unter anderem darüber sprechen, wie man in diesen Zeiten schnell wachsender Veränderungen einen „Tanker“ wie die renommierte Universität Mozarteum steuert und auch der Frage nachgehen, wie eine Universität eine Stadt mitgestalten kann.

 


23. Juli - "und, wie geht es jetzt weiter, herr Dell?"

Christopher Dell ist ein Berliner Städtebautheoretiker und Jazz-Vibraphonist.

Er studierte Vibraphon, Schlagzeug und Komposition und war als freier Komponist und Musiker, sowie von 1992 bis 2000 als Dozent an der Darmstädter Akademie für Tonkunst tätig. Außerdem spielt er in dem festen Trio D.R.A. mit, welches 2002 mit dem JazzArtAward ausgezeichnet wurde.

 

Dell leitet seit 2000 das „Institut für Improvisationstechnologie“ in Berlin und war von 2007 bis 2008 Artist in Residence am Goethe-Institut Kolkata. Von 2008 bis 2010 und von 2015 bis 2018 hatte er eine Vertretungsprofessur für Städtebautheorie am Lehrstuhl „Urban Design“ an der HafenCity Universität Hamburg inne. Eine Gastprofessur in diesem Fach nahm er auch an der TU München wahr. Seit 2017 lehrt Dell Städtebau und Stadterneuerung an der Universität der Künste Berlin. Im Mai 2012 promovierte Dell an der Universität Duisburg-Essen mit der Arbeit „Die improvisierende Organisation: Management nach dem Ende der Planbarkeit“.

Tina Heine wird mit ihm der Frage nachgehen, ob nach dem Trend der Urbanisierung nun die Stadt  "out" ist und wie wir uns das Zusammenleben in den Städten vorstellen oder - besser - wünschen sollten.

 


13. August - "und, wie geht es jetzt weiter, frau von thadden?"

Elisabeth von Thadden ist eine  deutsche Journalistin, Literaturwissenschaftlerin und Sachbuchautorin. Sie sagt über sich selbst: 

 

"Bin über Goethe, die Ökologie und den Herbst '89 in den Journalismus gelangt, zuerst in die "Wochenpost", danach in die "Berliner Zeitung" und 1999 dann, mit zwei damals kleinen Kindern, in die ZEIT nach Hamburg. Bin hier im Feuilleton zuständig für die philosophischen Seiten Sinn & Verstand. Im DFG-Kolleg Postwachstumsgesellschaften der Universität Jena verbringe ich seit 2012 jedes Jahr einen Monat als Permanent Fellow. Zuletzt ist im Herbst 2018 mein Buch "Die berührungslose Gesellschaft" (C.H.Beck) erschienen."

 

In der Kolumne "Worüber denken Sie gerade nach?" befragt sie Philosophen und Soziologen zum aktuellen Zeitgeschehen. Tina Heine und Andreas Gfrerer werden im Rahmen des GÄNSEHAUT-Salons Elisabeth von Thadden genau diese Frage stellen.

 

 

im gänsehaut-salon waren bereits zu gast:


18. Juni - "Und, wie geht es jetzt weiter, herr Fleischhacker?"

Michael Fleischhacker ist ein österreichischer Journalist und als TV-Moderator einem breiten Publikum bekannt. Nach seiner Tätigkeit bei der Wiener Tageszeitung Der Standard kam er  zu  der Tageszeitung Die Presse, deren Chefredakteur und Geschäftsführer er von 2004 bis 2012 war. 2014 stieß Fleischhacker als Fernseh-Moderator von Talk im Hangar-7 zum Team des österreichischen Privatsenders ServusTV. Michael Fleischhacker ist gemeinsam mit Niko Alm Geschäftsführer der „Quo Vadis Veritas Redaktions GmbH“ (QVV), ein Unternehmen der gemeinnützigen Quo Vadis Veritas Privatstiftung von Dietrich Mateschitz, zu der auch die Rechercheplattform Addendum gehört, deren Chefredakteur und Herausgeber Fleischhacker ist. In seinem Home-Office Newsletter hat Fleischhacker eine bewusst kritische Haltung zu den Maßnahmen im Zusammenhang mit der COVID-19 Krise eingenommen und die Reaktionen der Bevölkerung mit Argwohn aus der Distanz des Beobachters kommentiert. 

Im Salon-Gespräch mit Andreas Gfrerer wird er uns in sein „Corona-Universum“ führen, die durchaus heftigen Reaktionen auf seine Sendungen beleuchten und erläutern, inwieweit das Virus die politischen Handlungsoptionen für die Zukunft verändert hat.


25. Juni - "Und, wie geht es jetzt weiter, herr, reiter?"

Wilfried Reiter ist Unternehmensberater. Er begleitet seit vielen Jahren Führungskräfte und Veränderungsprozesse in Organisationen.  Aus vielen erfolgreichen Projekten entstand die "Werkstatt für Transformation", die er gemeinsam mit seiner Ehefrau Claudia Freund leitet. Er ist begeisterter Autor, Berater und Begleiter in Zeiten von Veränderung. Entwicklungsprozesse, wie sie derzeit vielerorts notwendig wurden, sind sein Metier. Seine Überzeugung: Menschen, die sich wertgeschätzt fühlen, kooperieren von Herzen gerne. Das Kooperative im Menschen und das Lösungspotenzial von Systemen machen Wertschöpfung möglich.
Mit Wilfried Reiter wird Andreas Gfrerer über die Wirksamkeit von Systemen sprechen, was es zur Veränderung braucht und welche Voraussetzungen erfüllt sein müssen, damit Wandel gelingen kann. 


02. juli - "Und, wie geht es jetzt weiter, herr haslauer?"

Der Jurist und Rechtsanwalt Wilfried Haslauer ist seit 2004 in der Salzburger Landespolitik, anfangs als Landeshauptmann-Stellvertreter, seit 2013 ist er Landeshauptmann von Salzburg. Seine Ressorts sind u.a. Wirtschaft und Tourismus, die eine enge Verschränkung mit dem Kulturbereich haben. Salzburg ist eine touristische Weltmarke, die im Wesentlichen auf den Säulen „Mozart“, „Salzburger Festspiele“ und „Weltkulturerbe“ aufbaut, ergänzt durch landschaftliche Schönheit und alpine Erholungsmöglichkeiten. Reisemobilität und Großveranstaltungen gehören nun aber zu den Sorgenkindern der Virologen, ein Umstand, der Salzburg als internationales Reiseziel und als Standort für Kultur und Kongresswesen besonders hart trifft. Die Folgen werden gesamtwirtschaftlich spürbar sein.

Andreas Gfrerer wird mit Wilfried Haslauer über sein persönliches Erleben der Krise sprechen, über seine Vorstellung von der Zukunft des Landes und über die Gestaltungsmöglichkeiten von Politik. 



Nach der Sommerpause sind weitere Termine mit den Schwerpunkten Storytelling, Architektur, regionale Landwirtschaft, Soziologie, Mobilität, u.v.m. in Planung. 

 

Nachzuhören in Bälde auch im neuen GÄNSEHAUT-Podcast. 

Blaue Gans Gastgeber Andreas Gfrerer