Tobias Rehberger


EG: BAR / TOBIAS REHBERGER



Alkohol und Nikotin
rafft die halbe Menschheit hin.
Aber ohne Schnaps und Rauch
stirbt die andere Hälfte auch.



Tobias Rehberger zählt zu den bedeutendsten Künstlern Deutschlands.  Von 1987 bis 1992 studierte er bei Thomas Bayrle und Martin Kippenberger an der Städelschule in Frankfurt am Main. Seine Werke bewegen sich frei zwischen Malerei, Bldihauerei, Design, Aktionskunst und Architektur. Er produziert minimale künstlerische Eingriffe ebenso wie raumfüllende Environments.
Bereits eine erste frühe Arbeit des Künstlers, 1990 im Bonner Kunstverein im Rahmen von „Kunststudenten stellen aus” gezeigt, weist auf die Strategie des Künstlers hin: der Student Rehberger sägte – in verkleinertem Maßstab – einfache, kolorierte Zeichnungen aller Fußball-Bundesligaspieler von Eintracht Frankfurt aus Sperrholz aus und präsentierte sie wandfüllend einem irritierten Publikum.

Für eine öffentliche Ausstellung 1992 unter dem Titel 9 Skulpturen in der Privatwohnung von Städeldirektor Kasper König baute Rehberger aus PU Schaum, Draht, Modellbaumasse, Plakatfarbe,  Wachs, Pappmaché, Holz, und Kunstharzlack neun Großskulpturen berühmter Künstler der Kunstgeschichte in Modellgröße nach.

Tobias Rehberger praktizierte fortan eine Mixtur aus Kunst und Design. Dass er in seinem Werk Autorschaft und Originalität nur geringe Bedeutung beimisst, zeigte sich auch in einer Ausstellung 1994 unter dem Titel Rehbergerst in der Galerie Bärbel Grässlin in Frankfurt am Main. Für diese Präsentation malte und aquarellierte er – im Maßstab 1:4 vergrößert – die Bildproduktion seines als Hobbymaler tätigen Vaters nach: Motive, mit denen er in seinem Elternhaus aufgewachsen war.
Für die von ihm entworfene und in einem Verbundmaterial ausgeführte  Cafeteria im zentralen Ausstellungspalast der 53. Biennale von Venedig unter dem Titel Was du liebst, bringt dich auch zum Weinen, erhielt Rehberger am 6. Juni 2009 die Auszeichnung „Goldener Löwe” für den besten Künstler. Das Design, das sich in Streifen- und Punkte-Mustern über den Boden, die gesamten Einrichtungsgegenstände und Lüftungsrohre hinwegzieht, hebt für den Betrachter die dreidimensionalen Raumwahrnehmung auf.

O-Ton Tobias Rehberger: „Es hat mich immer schon interessiert, wie sichtbar etwas ist. Es geht darum, dass man eine gewisse Lebensrealität herstellt und nicht nur, dass man vor einem Kunstwerk steht und es anschaut. In Venedig wollte ich ein Tarnmuster, das man eigentlich übersieht, mit einem funktionalen Ort kombinieren.”

„Meine künstlerische Arbeit hat auch mit Design zu tun, weil mich die Frage interessiert, was die Oberfläche eines Kunstwerks für einen Einfluß auf seine Wirkung hat.

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