HAUSKUNST | KÜNSTLER


INNENHOF (AUSSEN) DAVID MOISES



Vertigo

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OG01: INNENHOF / DAVID MOISES



Cyanotypien

Insgesamt 15 verschiedene Motive

Edition von 10


Die Cyanotypien sind entstanden im Zusammenhang mit dem Künstlerbuch „David Moises. Stuff Works“. Jedes Exemplar ist aufgrund des fotogra fischen Edeldruckverfahrens ein Unikat; Ränder, Färbung und Schattierungen am Motivrand sind jeweils unterschiedlich. Die im Portfolio gezeigten Blätter sind die tatsächlich angebotenen Editionen.

 

Bei der Cyanotypie handelt es sich um ein relativ altes fotografisches Verfahren. Es wurde 1842 von Sir John W. Herschel entdeckt (die Farbe “Berliner Blau” – es existieren im deutschen Sprachraum mindestens weitere 60 Namen für dieses Pigment – war bereits seit ca. 1704 bekannt). Herschel fiel auf, dass gewisse Eisensalze photosensitiv reagieren und zudem wasserunlöslich sind.

Ein Trägermaterial (z. B. Papier) wird dabei mit einer Lösung von grünem Eisenammoniumzitrat und rotem Blutlaugensalz (Kaliumferricyanid) beschichtet („sensibilisiert“) und danach mit UV-Licht (z. B. an der Sonne) belichtet. Mit der Belichtung verfärben sich die behandelten Stellen von ihrem ursprünglich gelblichen zu einem grünlichen Farbton. Durch Spülen mit Wasser wird einerseits durch das Auswaschen der übriggebliebenen Reaktionssubstanz der Belichtungsprozess gestoppt, anderseits erhält die getränkte

Schicht durch Oxidation ihre typisch blaue Färbung (Fixierung). Mit dem Trocknen an der Sonne (direkte Sonneneinstrahlung) wird dieses Blau noch etwas kräftiger, je nachdem, wie lange gewässert worden ist.

 

Cyanotypie ist auch das Verfahren, mit dem die grossen Konstruktionspläne für Schiffe, Gebäude et cetera angefertigt wurden (Blaupausen). Es ist billig und relativ einfach anzuwenden. Beliebt war es anfangs auch bei Biologen, zum Anfertigen von Dokumentationen. Mittels Cyanotypie lassen sich schnell präzise Abbildungen von Pflanzen (Photogramme) herstellen.

In der Fotografie setzte sich dieses Verfahren (obwohl sehr preiswert und archivbeständig) nie recht durch. Blau erscheint einerseits vielen Menschen als unnatürlich. Ein blaues Gesicht erinnert an Erfrierungserscheinungen, ein blaues Lächeln scheint starr und kalt. Anderseits sind sehr grosse Negative für Kontaktabzüge für die Herstellung von Abzügen nötig, da eine Belichtung via vergrössernde Linse und künstlicher Lichtquelle nur beschränkt möglich ist. (Oliver Hohenauer, Bern)

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DAVID MOISES

Zur Kunst von David Moises

Moises bisheriges Gesamtwerk überzeugt durch die geistreich-witzige Verbindung auf den ersten Blick konträrer, sich aber als überraschend kompatibel herausstellender Komponenten. Moises ist verspieltes Kind, getriebener Sammler, technikbegeisterter Ingenieur, obsessiver Bastler, kritischer Künstler, begnadeter Schauspieler u.v.m. in einer Person. Dementsprechend spannt er in seinem konsequent klare Ziele verfolgenden künstlerischen Schaffen einen Bogen zwischen Bildhauerei, ready-made, kybernetische Kunst und Performancekunst.

 

Michael Braunsteiner im Juni 2006

 

EG: EINGANG KARAJANPLATZ / DAVID MOISES



Ein Impuls, der nichts als seine eingene Auslöschung bewirkt, ist das nicht sehr fatalistisch gedacht? Keine Evolution, keine Weiterentwicklung, keine Erlösung? Nur stures Verharren im Jetzt und Hier?



Shannon's Hand verstört uns in mehrfacher Weise. Sie zeigt mit dem Fingern aus  unserem Unbewußten heraus. Heimliches soll verborgen bleiben und doch ist unser Bedürfnis nach Kommunikation auch von dem tiefen Wunsch getragen, umfassend erkannt, wahrgenommen und verstanden werden zu wollen.

Dieser Wunsch wird uns von Shannon's Hand verweigert. Claude Elwood Shannon war ein amerikanischer Mathematiker und Elektrotechniker und gilt als Begründer der Informationstheorie. Shannon war vielseitig interessiert und kreativ; laut einer Anekdote sah man ihn bei Bell in der Nacht jonglierend auf einem Einrad in den Gängen herumfahren. Randprodukte seiner beruflichen Tätigkeit sind unter anderem eine Jongliermaschine, raketengetriebene Frisbees, motorisierte Pogostöcke, eine Maschine zum Gedankenlesen, die mechanische Maus Theseus, die sich in Labyrinthen orientieren konnte, und schon in den 1960ern ein früher Schachcomputer.

Shannon baute auch die „ultimate machine“, ein Kästchen mit einem Schalter, den eine mechanische Hand wieder auf „aus“ stellte, nachdem man ihn eingeschaltet hatte. Nach ihm wurde die Einheit des Informationsgehaltes einer Nachricht, das Shannon, benannt.

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