HAUSKUNST KÜNSTLER


SIEGFRIED ANZINGER



Anzinger ist ein Vertreter der in den frühen 80er Jahren aufgekommenen "Wilden Malerei". Er ist heute als Klassiker der österreichischen Gegenwartskunst zu betrachten.

 

Seine Karriere begann Siegfried Anzinger zu Zeiten der Neuen Wilden Malerei der 1980er Jahre, er war auf der Biennale und der Documenta 7 vertreten, 2003 bekam er den Großen österreichischen Staatspreis verliehen.

 

Die Unmittelbarkeit zwischen Anzingers Gedanken und der umgesetzten Wirklichkeit bewirkt die Wesentlichkeit des Zeichnens und der Malerei. Er kennt keine Beschränkungen seiner Freiheit, sich Dinge vorzustellen. Bezüge zur religions- und Kunstgeschichte sind erkennbar, aber frei von realer Repräsentation. Affektiertheit, Gekünsteltes oder psychologische Forschung werden beiseite gelassen, bewusst vermieden, um dem Betrachter eine philosophische Betrachtungsweise mit -möglicherweise- autobiographischen Bezügen anzubieten.

 

 

Mit menschlicher Ikonographie im Zentrum seines Werkes experimentiert er auch mit Reduktion von Formen, bis hinunter zu Symbolen, was eine unbegrenzte Welt von kreativen Möglichkeiten mit sich bringt. Siegfried Anzinger ist ein reflektierter Künstler, bei dem nichts zufällig in seinen Bildern auftaucht, wo trotz fahrig-schnellem Gestus ein sorgfältiger Denkprozess dahintersteht, in dem jedes Element genau durchdacht ist.

 

Indianer, Schweine, Cowboys und andere Figuren zeigen sich als Figuren, die die Szenerie in einem Gleichgewicht ausbalancieren.  Das Klassische ist präsent, aber gebrochen durch den (kinemato-) graphischen Blick des Künstlers.  Hervorzuheben ist die interne Kohärenz des Universums Anzingers. Im ersten Moment durch den Sturzbach sehr persönlicher Bilder überwältigt, erkennt man doch letztlich den ständigen Dialog zwischen den Bildern. Es sind Figuren in der Zeit – Bilder, die in der Erinnerung gespeichert, eingraviert bleiben, flüchtige Erinnerungen, die sich verbildlichen, verkörperlichen, ohne mehr Zusammenhalt als die wechselseitigen Kombinationsmöglichkeiten.

In absurden Szenarien finden wir hier das Irrationale in enorm vergrößerter Form vor. Trotz pastelliger Farben und sanft-friedlichem Gesichtsausdruck sind die Protagonisten dieser Szenen doch Opfer von teils ganz und gar nicht angenehmen Situationen, die einem Alptraum zu entstammen scheinen.

 

Wie ein Performance-Künstler, mit einem klaren Sinn für theatralische Inszenierung, choreographiert und platziert Anzinger seine Figuren im Raum, im sorgsam austarierten Gleichgewicht zwischen Tragödie, Komödie und dem Absurden. Das Figuren-Ensemble kehrt in immer neuen Rollen wieder, in immer neuen Kompositionen und Schauplätzen, in Momentaufnahmen von den Akteuren in ambivalent komisch-tragischen Szenen, in denen Anzinger einen narrativen Diskurs einfordert, indem er Geschichten wie Metaphern illustrieren, Mythologisches darstellen, oder Ereignisse und Räume der Gegenwart nachbilden kann.

 

Siegfried Anzinger lebt & arbeitet in Köln. 

Text (gekürzt): Cem Angeli auf www.castyourart.com

 

 

 

Markus Lüppertz über Siegfried Anzinger:


 

Cast Your Art-Portrait über Siegfried Anzinger


OG01 + OG02: TREPPE / SIGFRIED ANZINGER



MYTHEN, CHRISTLICHE ERZÄLUNGEN, COMICHAFT.

Anzinger ist ein Vertreter der in den frühen 80er Jahren aufgekommenen "Wilden Malerei".


Er ist heute wie ein Klassiker der österreichischen Gegenwartskunst zu betrachten: mit expressivem, dichtem Farbeinsatz, einfacher Figuration, persönlich-intimen, religiösen wie großen mythologischen Themen. Bei ihm geht es um das Ausgesetztsein des Individuums in der Welt.

 

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OG01: ZWISCHEN 101 + 102 / SIEGFRIED ANZINGER


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