HAUSKUNST KÜNSTLER


IRENE ANDESSNER


»Portrait von Irene Andessner als Milli Stubel-Orth«

 

Ihr Hauptthema ist seit 1988 das Selbstporträt, das sie ursprünglich in Form von Malerei und ab Mitte der 90er Jahre in Tableaux Vivants, Foto- und Videoinszenierungen umsetzt. Die Selbstinszenierung mit Rollenspiel tritt an die Stelle des gemalten Selbstporträts. »Nachbilder« von kunst- und zeitgeschichtlichen Vorbildern entstehen, auch heilige und fiktive Personen sowie moderne Mythen (Marlene Dietrich).

 

Das Bild der Frau, der sie ihr wandelbares Gesicht leiht, »ist immer fiktiv - in den Augen des Betrachters wie der Gesellschaft« (Andessner). Nicht »i was«, sondern »i am« (wie sie ihr Produktionsteam nennt) ist das Motto der Künstlerin. Eine unserer Suiten stand Andessner im Mozartjahr 2006 für das Verwandlungsprojekt »i.a. mozart(?)« zur Verfügung.

 

OG04: 450 MAISONETTE SUITE / IRENE ANDESSNER



Irrlichter.


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OG04: 450 MAISONETTE SUITE / IRENE ANDESSNER


Mozarts Freunde in der Blauen Gans.


Für seine künstlerische Entfaltung ging Mozart immer wieder auf Reisen, von wo er Briefe an die Salzburger Freunde schickte, darunter franz de Paula Däubl und Johann Paul Huetterer, beide aus früheren Zeiten Kollegen in der Hofmuskikkappelle. In 18 Briefen werden die beiden erwähnt, die einen Teil der Blauen Gans (das Haus Karajanplatz Nr 4, das sogenannte "Däublhaus") besessen haben. Und immer wieder drückt Mozart seine Wertschätzung und Freundschaft den beiden gegenüber aus, die auch im Hause Mozart verkehrt sein dürften, weil er ihnen auftrug, die "Thresl, das treue Küchenmensch" von ihm zu grüßen.

 

Mozart-Projekte

Diesen Umstand nutzte die Künstlerin Irene Andessner für ihr Verwandlungsprojekt "I.A. Mozart (?)",  eine kritische Auseinandersetzung mit dem Mozartbild quer durch die Epochen, zu dem wir sie im mozartjahr 2006 einluden. andessner setzte den vielen ungesicherten abbildern von Mozart ein weiteres hinzu - als Frau (?).

 

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EG: RECEPTION / IRENE ANDESSNER



Portrait von Irene Andessner als Milli Stubel-Orth - Leuchtkasten.

Die Selbstinszenierung mit Rollenspiel tritt an die Stelle des gemalten Selbstporträts.


Irene Andessners Hauptthema ist seit 1988 das Selbstporträt, das sie ursprünglich in Form von Malerei und ab Mitte der 90er Jahre in Tableaux Vivants, Foto- und Videoinszenierungen umsetzt. Die Selbstinszenierung mit Rollenspiel tritt an die Stelle des gemalten Selbstporträts. Frauen mit humanistisch oder künstlerisch bewundernswerter Lebensgeschichte ­bilden den thematischen Hintergrund vieler ihrer (bisher ca. 100) Rollenportraits. Im Fokus stehen historische, aber auch mythologische und ­literarische Frauenpersönlichkeiten, auf deren Vorbildlichkeit die Performance- und Fotokünstlerin in zeitgenössischen „Nachbildern“ verweist.

Ludmilla Hildegard („Milli“) Stubel (1852–1890) war Balletteuse an der Wiener Hofoper. Die Österreich-Chronik verzeichnet ihre lebenslange Beziehung zu Erzherzog Johann Salvator von Habsburg, der sich ab 1889 (nach seinem Gmundener Schloss) Johann Orth nannte und seine bürgerliche Milli ehelichte. Ab 1890, nach ihrer Schiffsreise um Kap Horn, galten beide als verschollen.
Unter dem Pseudonym Johann Traugott hatte Johann bereits 1883 das Ballett „Die Assassinen“ geschrieben. In der Wiener Uraufführung agierte Milli Stubel von Kopf bis Fuß illuminiert mit Edisons neuen Glühlampen. Im Millenniumsjahr 2000 interpretierte Andessner dieses (nur schriftlich überlieferte) Szenarium der Milli Stubel an mehreren Schauplätzen – in Fotoproduktionen am Altausseer See und am Traunsee vor dem Schloss Orth sowie - im Falle unseres Leuchtkastens - mit einer Performance in der damals noch unrenovierten Reithalle des Wiener MuseumsQuartiers.

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I.A. MOZART



Irene Andessners Hauptthema ist seit 1988 das Selbstporträt, das sie ursprünglich in Form von Malerei und ab Mitte der 90er Jahre in Tableaux Vivants, Foto- und Videoinszenierungen umsetzt. Die Selbstinszenierung mit Rollenspiel tritt an die Stelle des gemalten Selbstporträts. »Nachbilder« von Kunst- und zeitgeschichtlichen Vorbildern entstehen, auch heilige und fiktive Personen sowie moderne Mythen (Marlene Dietrich).

 

Das Bild der Frau, der sie ihr wandelbares Gesicht leiht, »ist immer fiktiv - in den Augen des Betrachters wie der Gesellschaft« (Andessner). Nicht »I was«, sondern »I AM« (wie sie ihr Produktionsteam nennt) ist das Motto der Künstlerin.

 

Unsere Maisonette-Suite stand Andessner im Mozartjahr 2006 für das Verwandlungsprojekt »I.A. Mozart(?)« zur Verfügung, im Zuge dessen auch dieses Mozart Portrait entstand. Das Fragezeichen im Projekttitel steht für die in Klammern gesetzten Fragezeichen in Bildunterschriften, die Unsicherheiten bezüglich Datierung, Identität der dargestellten Person oder des Malers eines historischen Künstlerporträts anzeigen.

 

Dies trifft auf viele sogenannte Mozart-Porträts zu, so auch auf das 1785 von Joseph Grassi gemalte «Porträt eines Mannes (Mozart?)» oder auf das 1819 von Barbara Krafft posthum gemalte «Mozart»-Porträt im roten Rock, die Andessner nachinszeniert hat. In diesen Arbeiten wie auch im zuletzt realisierten «Selbstportrait nach Mozart 3» reflektiert Irene Andessner das fragliche, wechselhafte Bild, das sich die Gesellschaft von Mozart (wie von Künstlern generell) über die Zeiten hinweg macht — die Bilder, in deren physiognomischen und charakterlichen Identifikationen sich vielmehr die zeitgeistgebundenen Interpreten als der vorgeblich Dargestellte vermitteln. Der Gedanke der Identifikation des Darstellenden mit dem Dargestellten drückt sich in Irene Andessners Werktitel aus, der sich mit ihren enthaltenen Initialen (I.A.) wie die Frage «I am Mozart» liest.